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News
22.05.2010, 12:00 Uhr | Übersicht | Drucken
33. Duisburger Akzente im Jahr der Kulturhauptstadt spektakulär eröffnet!
" Die Eröffnung mit La Fura dels Baus hat eine europäische Aufmerksamkeit! Der Hafen der Kulturhauptstadt zeigt seine Identität und seine kulturelle Kraft!" freut sich Kulturdezernent Karl Janssen nach der Eröffnung

Duisburg - der Hafen der Kulturhauptstadt - präsentiert sich mit La Fura Dels Baus

La Fura Dels Baus | Global Rheingold from Christoph Müller-Girod on Vimeo.

...und im ZDF

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/
beitrag/video/1050420/La-Fura-dels-Baus



La Fura Dels Baus: Global Rheingold – neue Wege, neue Bahnen

 




Metallische Donnerschläge hallen über die Mercatorinsel während im Hintergrund das Ursprungs-Es aus Wagners Vorspiel zum Ring des Nibelungen zu hören ist. Eine akribische Theater-Umsetzung des Rheingolds wird man an diesem Abend nicht zu sehen bekommen – denn La Fura Dels Baus nehmen den Rhein als Impulsgeber für eine atemberaubende Inszenierung zum Thema Zukunft.

Es sind die Nibelungen, die in weißen Anzügen zu Beginn des Stückes zu hören sind, die im Untergrund an ihren Kunstwerken arbeiten. Doch ihr Alberich entspringt nicht dem Rhein sondern schwebt mit Flügeln versehen über ihnen bevor die Rheintöchter ihren Auftritt haben. Später werden wir noch die Warnung Erdas an Wotan hören dass der Ring kein Heil bringen wird und zum Schluss der Inszenierung das Finale. Doch die meterhohen Figuren, die auf dem Schiff und am Ufer zu sehen sind sind keineswegs Wagners Riesen. Es ist Gerhard Kremer Mercator, der der weiblichen Figur namens Concordia gegenübertritt. Diese ist halb wie Erda in der Erde versunken, wartet auf den Tod. Denn die Zeit in der Kohle und Stahl und Eisen sie geprägt haben sind lange vorbei. Nur noch Vergessenheit möchte Concordia, die Verkörperung Duisburgs, die im Ruhrpott-Dialekt Mercator antwortet.

Doch Aufgeben ist seine Sache nicht. So beschwört er mit Worten, Bildern und Musik Concordia endlich aufzuwachen. Er zeigt ihr mit Rückgriffen auf die Entstehung der Erde die mögliche Zukunft, erweitert Concordias Horizont – und als Zusschauer ist man gebannt von der Inszenierung, deren Lichtchoreographie der Geschichte ihren eigenen Reiz gibt. Noch gebannter ist man, wenn man sieht wie scheinbar schwerelos die Künstler und ihre Helfer an den Sicherheitsleine n die Episoden erzählen. Das perfekte Wechselspiel zwischen Licht, Projektionen und Aktionen. El Fura Dels Baus haben sich mit der Stadt Duisburg beschäftigt, kennen ihre Probleme – das Wegsterben der Zechen, das Wegbrechen der Industrie. Ihre Antwort: Neue Zeiten brauchen neue Wege. Die Hoffnung, die Mercator aus der Vergangenheit mitbringt befähigt Concordia schließlich aufzustehen und ihren Weg durch die Menge der Zuschauer zu gehen.

Die stringente Erzählweise verliert sich dann ab diesem Augenblick und es ist eher ein Bilderassoziationsstrom, der den Schwerpunkt auf das Neue, das Anbrechende und Hereinbrechende legt. So zitieren El Fura Del Baus nicht nur Heinrich Heines „Loreley“ sondern auch Zeilen aus der Persephone-Kantate von Steve Pogson, die in Duisburg 2008 aufgeführt wurde – der Wechsel der Jahreszeiten, das Veränderliche der Welt und die Mahnung, dass man mit dieser Welt besonders vorsichtig umgehen muss münden schließlich in das Finale des Rheingolds. Die Regenbogenbrücke ist als Feuerwerk umgesetzt – die Verheißung einer neuen strahlenden Zukunft ist allerdings durch das, was in Wagners Musik angekündigt ist alles andere als das glückliche Ende. Doch dieses wird von der Theatergruppe umgedeutet: Hier ist nichts verflucht oder mit schweren Vorzeichen bedeckt. Stattdessen sind die Möglichkeiten des Hafens der Kulturhauptstadt vielleicht noch gar nicht richtig ausgelotet worden – neue Wege und neue Antworten müssen auf die neuen Fragen gefunden werden betont die Theatergruppe. Man wird sehen ob das Kulturhauptstadtjahr und die Duisburger Akzente nicht auch dazu beitragen können, dass Duisburg sich zu neuen Taten und Dingen inspirieren lässt.

Text, Video: Christoph Müller-Girod
Fotos: Christoph Müller-Girod und Frank-M. Fischer

siehe auch:
http://www.janssenkarl.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=205



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